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Oh ja, das Laden. Neben der viel diskutierten Reichweitenangst ist das Laden  eines Elektrofahrzeuges wohl der nächstgrößere Aufreger im Zusammenhang mit der E-Mobilität. Auch hierzu hatten wir bei der Entscheidung für den Smart ed eine recht einfache Überlegung. Der Smart ed ist unser Zweitwagen, der die kurzen Strecken abdecken soll. Wie sich bei den Vorüberlegungen zeigte, waren das eigentlich sogar die am häufigsten anfallenden Fahrten, die Tag für Tag anfielen. Auch wenn die einen oder anderen Strecken sich am Tag summierten, schien es recht unwahrscheinlich, dass wir mehr als 100 Kilometer an einem Tag zurücklegen mussten. Somit war auch klar, dass für den Smart ed eine Betankung „unterwegs“ nicht nötig werden würde. Die Frage, wie viele und welche Art von Ladesäule im Umfeld unserer Hauptfahrstrecken bereit standen, stellte sich nicht. Aus diesem Grund war es auch keine Überlegung, eine Schnellladeoption für den Smart mit zu bestellen. Schon die Probefahrt zeigte, dass der Smart ein geniales Stadtauto und für die Autobahn oder lange Strecken zumindest aus unserer Sicht eher ungeeignet ist.

Als Lademöglichkeit musste also eine Steckdose her. Grundsätzlich lässt sich jede Steckdose für das Laden eines BEVs nutzen. Selbst ein Tesla Model S kann an einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose geladen werden. Die Frage ist lediglich, wie lange dauert das Ganze?

Da wir einen eigenen Tiefgaragenplatz besitzen, war der Ladestandort sofort gefunden. Wir haben uns gegen die Installation einer so genannten Wallbox entschieden und stattdessen eine „einfache“ Schuko-Steckdose installieren lassen. So „einfach“ ist sie denn doch nicht. Um die maximale Ladeleistung an einer Schuko-Steckdose erzielen zu können, bedarf es einer passenden Absicherung in Form einer 16-A-Absicherung. Erst dann kann durch ein dreiadriges Kabel (vorzugsweise mit einem Querschnitt von 2,5 mm² pro Draht) mit möglichst geringem Ladeverlust eine Leistung von 3,6 kWh übertragen werden. Diese Ladeleistung reicht aus, um den leeren Akku eines Smart ed in maximal 6 Stunden aufzufüllen. Die Ladeleitung sollte zusätzliche mit einem passenden FI-Schalter versehen sein und auch die Dose selbst muss stabiler sein (Keramikinnenleben) als eine herkömmliche Wohnzimmersteckdose, denn es wird warm wenn nicht sogar heiß, wenn sechs Stunden lang 3,6 kWh durch den Draht fließen.

Maximal sechs Stunden Laden. Eine lange Zeit, oder? Oft wird in Testberichten dieser Zeitraum kritisiert und genauso oft als KO-Kriterium für die Ablehnung eines BEVs herangezogen. Bei aller Liebe und zuvor versprochener Objektivität, das ist dummes Zeug. In den jetzt fast zwei Jahren haben wir den Smart vielleicht zwei Mal tagsüber an der Ladedose angeschlossen. Alle übrigen Ladungen erfolgen nachts in etwa alle 3 bis 4 Tage. Spätestens um 00:00 Uhr war der Smart an der Dose und da waren es bis zur nächsten Abfahrt immer noch mindestens sieben Stunden. Oder haben sich die Tester immer neben das Fahrzeug gesetzt und den Ladevorgang beobachtet? Nun gut, der Fairness halber verweise ich auf meinen Bericht zur Werksabholung des e-Golfs im Blog. Nur das dort Beschriebene war anderen Umständen geschuldet.

Und es stellte sich auch heraus, dass der Akku des Smart ohnehin nie ganz leer war sondern er minimal noch 5 Prozent Restkapazität hatte in den meisten Fällen aber eher 20 bis 30 Prozent.