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Man kann eigentlich nicht über E-Mobilität sprechen ohne den ökologischen Aspekt zu betrachten. Die Ökonomie lasse ich bewusst beiseite. Ob der Anschaffungspreis zu hoch ist oder die „Treibstoffkosten“ höher oder geringer als beim Verbrenner sind, das soll jeder für sich entscheiden. Zu unterschiedlich sind die finanziellen Möglichkeiten beim Neuwagenkauf oder die insbesondere durch das Fahrverhalten beeinflussten laufenden Kosten. Da gibt es keinen sinnvollen Vergleichsmaßstab.

Die Diskussion, ob ein BEV wirklich zur Reduktion des  CO2-Ausstoßes führt, wird heftig geführt. Kaum jemand versucht dies wirklich nüchtern und sachlich anzugehen. Es spielt immer die persönliche Zuneigung oder Ablehnung des einen oder anderen Weges eine Rolle. Das fängt schon bei der Produktion des E-Fahrzeuges und dem Hinweis an, dass insbesondere die Herstellung der Batterie des BEVs umweltbelastend sei. Und Studien, die dies belegen oder andere, die dem widersprechen oder die Batterienutzung über den Lebenszyklus im Auto hinaus betrachten, gibt es reichlich. Auch hier soll sich jeder seine eigene Meinung bilden.

Aus meiner Sicht bietet die E-Mobilität einen großen Vorteil bei der Reduzierung des CO2 Ausstoßes, der den Fahrbetrieb betrifft (der ist natürlich beim BEV gleich null). Ein immer wieder zitierter Wert ist der CO2-Ausstoß bezogen auf dem Strommix in Deutschland. Dieser Wert wird unter Zugrundelegung der Stromproduktion in Deutschland und der unterschiedlichen Herkunft aus fossilen Brennstoffen sowie der erneuerbaren Energie errechnet.

2012 lag der CO2 -Ausstoß für den Strommix bei rund 600 g/kWh. Die gängige Angabe zum CO2 Ausstoß bei Verbrennungsmotoren in Autos wird mit g CO2/km  angegeben. Ein Golf mit 85 kW Benzinmotor (1,2 TSI) stößt im NEFZ-Verbrauch bei 4,9 l/100 km 113 g/km CO2 aus. Der gleichstarke e-Golf erzeugt bei Zugrundelegung des NEFZ-Verbrauchs von 12,7 kWh/100 km unter Berücksichtigung des Strommix von 2012 (600 g/kWh) somit 76,2 g CO2/km aus. Dieses Verhältnis dürfte sich seit 2012 noch verbessert haben, da sich der Anteil der erneuerbaren Energie am Strommix weiter vergrößert hat und aller Voraussicht noch weiter vergrößern wird

Der große Vorteil der E-Mobilität liegt aber in der Möglichkeit, diesen Wert weiter zu drücken und zwar für alle in Betrieb befindlichen BEV egal welchen Baujahrs. Jedes Prozent Verlagerung von der Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Gas oder Ölprodukte hin zu erneuerbaren Energiequellen wie Wind-, Sonnen- oder Wasserkraftwerken hat unmittelbare Auswirkungen auf den Strommix und damit auf die Reduzierung des CO2 Ausstoßes aller Elektrofahrzeuge. Heute zugelassene Kraftfahrzeuge haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 18 Jahren!

Die heutigen völlig neu entwickelten, besonders sparsamen und umweltfreundlichen Motoren werden erst in 18 Jahren ihre positiven Auswirkungen voll entfaltet haben. Bis dahin fahren immer noch alte, auf Grund ihres Verbrauches umweltbelastende Fahrzeuge herum.

Wenn von der Reduzierung des Flottenverbrauchs der Automobilhersteller gesprochen wird und damit von der Absenkung desCO2-Ausstoßes bei Neufahrzeugen, dann betrifft dies natürlich nur die neu produzierten Fahrzeuge. Alles was vorher auf die Straße kam, bleibt dort 18 Jahre erhalten!

Die CO2 Reduzierung beim Strom wirkt sofort und dauerhaft.